BUTTERSTULLE UND PFLAUMENMUS

Renate Becker lässt mit ihrem ersten Märchenbuch bei Sarturia die Kinderaugen glänzen. Wunderschöne Geschichten und zauberhafte Bilder. Das Buch ist bereits im Shop erhältlich.

EMMERICH. Vielen Kindern in Emmerich ist der Name Renate Becker mehr als geläufig. Jeden Montag lädt die 65-jährige Rentnerin die Mädchen und Jungen zum „Leseclub“ ein. Dabei liest sie ihnen spannende Geschichten vor – darunter auch immer wieder solche, die sie selbst geschrieben hat. Nun ist ihr erstes Kinderbuch erschienen: „Butterstulle und Pflaumenmus“.

Am PC entstehen nicht nur Renate Beckers Geschichten, sondern auch die Zeichnungen.
 

Geschichten habe sie schon immer gerne und oft geschrieben, erzählt die gelernte Näherin und Altenpflegerin. Bis sie sechs Jahre alt war, lebte sie auf einem Rheinschiff. „Da gab es nicht viel für ein Kind, außer lesen und schreiben“, erinnert sie sich mit einem Lächeln. Das setzte sich in der Schule und auch danach fort, immer wieder schrieb sie Kinder- und Fantasy-Geschichten, aber auch die eine oder andere Horro-Story.
Richtig intensiv aber begann ihre „Karriere“ als Autorin erst nach Ende der beruflichen Laufbahn. „Ich habe dann einen Verlag gesucht, aber lange Zeit keinen gefunden“, sagt Becker. Als sie schon aufgeben wollte, meldete sich der Sarturia Verlag bei ihr und forderte eine Auswahl ihrer Kindergeschichten an. „Ich habe ihnen gleich alle geschickt“, erzählt Becker lachend.
Ein Teil ist nun in „Butterstulle und Pflaumenmus“ erschienen. Die Geschichten sind für Kinder zwischen fünf und zehn Jahren geeignet, „aber auch für Erwachsene“, ergänzt Becker. „Denn in jeder steckt eine kleine Anleitung, was man tun sollte und was nicht.“ Grundsätzlich empfiehlt sie, dass die Eltern das Buch zunächst lesen sollten und dann entscheiden, was sie ihrem Kind vorlesen. „Ein oder zwei Geschichten handeln auch vom Tod eines Menschen, das würde ein Fünfjähriger noch nicht verstehen, ein Zehnjähriger schon.“
Die Zeichnunen im Buch stammen ebenfalls aus der Feder von Renate Becker, neben dem Schreiben eine große Leidenschaft von ihr. Der Titel ihres Erstlingswerkes ist sogleich der Titel der ersten Geschichte, in der die Hauptfigur Basti seine Lieblingsgeschichten vorstellt – quasi eine Einleitung ins Buch.
Längst schreibt Becker an ihrem zweiten Buch. „Adrian Troy – Kämpfer des Lichts“ ist ein Fantasy-Roman für Jugendliche ab 14 Jahren und soll Ende des Jahres erscheinen. „Es geht um den Kampf zwischen gut und Böse“, verrät die Emmericher Autorin. Im Frühjahr 2016 soll dann „Die Flickenhexe“ herauskommen, eine Mischung aus Fantasy und Kinderbuch mit vielen Geschichten über eine Hexe – „aber auch mit einem Lernhintergrund“, betont Becker.
Was danach kommt, weiß sie heute noch nicht. Vielleicht ja eine Fortsetzung von „Adrian Troy“? Da will sich Becker nicht festlegen. „Ich habe jetzt die Zeit zu schreiben und den Spaß daran. Wenn ich aber keine Ideen habe, schreibe ich auch mal zwei, drei Wochen lang nichts. Ich habe ja keinen Druck.“ Dabei fängt sie grundsätzlich mit der Überschrift an, um die sie dann die Handlung strickt. „Daher weiß ich nie, wohin die Story läuft und ob es ein Märchen oder eine Fantasy-Geschichte wird“, sagt die schmunzelnd. Nur in einem Punkt ist sie sich absolut sicher: Ein Krimi wird‘s auf keinen Fall. „Dieses Genre liegt mir einfach nicht; die Handlung ist zu komplex, da verliert man leicht den Überblick.“

Michael Bühs

Rezension bei Amazon:

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Anspruch eines Buches an seine (Vor-)Leser 10. Mai 2015
Format:Kindle Edition
Butterstulle und Pflaumenmus / Rezension

Die Lektüre des (gar nicht so kleinen) Märchenbuches von immerhin 210 Seiten ca DIN A 5 , hat mich“ darüber nachdenken lassen, was mich an ihm so fasziniert, denn eigentlich handelt es sich um ganz einfache kleine Geschichten, romantisch und mit einem kleinen Fingerzeig (keinesfalls zu verwechseln mit dem üblichen “Fingererheben der Moral).
Nicht nur der Leser stellt an ein Buch einen Anspruch, auch das Buch stellt sie an sein Publikum, in meinem akuten Fall den Vor-)Leser. Es war wie eine Verzauberung, der ich unterlag: ich las laut und schlüpfte wie eine Schauspielerin in die jeweiligen Rollen des Büchleins .Ich hörte mich selber zirpen wie eine Elfe, krächzte wie eine Hexe, war verschämt wie das Blümlein auf der Heide, listig wie der Fuchs, schluchzte wie der kleine von seiner Oma gescholtene Teufel und ahmte das Krächzen der Raben nach. Dieses Buch führte demnach zu meiner eigenen Verzauberung.
Wie muss sich das doch auswirken auf den kleinkindlichen Zuhörer, der hier Dinge zu hören bekommt, die ihm aus seinem noch geringen Umfeld zwar schon bekannt sind, ohne dass er bisher etwas Besonderes darin gesehen hätte.
Und das ist das Zauberwort für diese “Butterstulle mit Pflaumenmus”. Das Besondere im alltäglichen Leben geht der heute ganz neuen jungen Generation verloren bzw. sie weiß nichts davon. Denn die Größen der heutigen Kinderliteratur geben meist nur Hinweise auf Mystik und Brutalität, Abwehr gegen das Unbekannte, ohne dass es jemals Realität erlangen kann. Allgemein wird in der Kinderbuchmasse heute gegen immer fremd und irreal bleibende Welten gekämpft, Ungeheuer, aus dem Dunkel einer Uraltwelt – möge Gott uns schützen vor ihrer Wiederkehr- sind neubelebte Objekte für Wut, Hass, Abscheu, die dem Kleinkind richtiggehend oktroyiert und nie aufgelöst werden. Verherrlichte Kriegsmethoden mit dem Ziel, immer selber zu siegen, egal ob das nun gut oder böse ist... die Hauptsache bleibt fast immer das eigene Ich und die eigene Macht, um die sich alles dreht, ohne dass der kleine Mensch was dazu tun muss.
In diesem Buch der begabten Märchenerzählerin Renate Anna Becker, erschienen 2015 in der frenetisch kunstbeflissenen Sarturia-Bibliothek mit ihren – auch äußerlich sehr ansprechenden – Erzeugnissen werden kleine Menschen positiv angehalten und liebevoll geschult, Verantwortung für Leben und Umwelt zu übernehmen, wovon auch sie selbst ja ein Teil sind.
Die exakte Sprache mit ihrem erheblichen Wissen nebst Wortvielfalt tut darüber hinaus ihr Teil an der heute oft lernunwilligen Schülerschaft. Hier kriegt sie spielerisch vermittelt, was ihnen im späteren Leben nur zugute kommen kann.
Chapeau claque! Ein Buch, das in jede noch so kleine Kinderbibliothek gehört.

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© 10.5.2015
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